rr-logo
 
FF-Röckenricht / Chronik der FF Röckenricht 1880-2005


Hinweis:
Die folgenden Seiten sind der Festschrift zum 125-jährigem Jubiläum der FF Röckenricht aus dem Jahre 2005 entnommen und daher nur bis zu diesem Datum aktuell.

Chronik der FF Röckenricht 1880-2005

Die Entwicklung des Feuerlöschwesens in der Gemeinde Röckenricht:

Aus dem Schriftverkehr Röckenricht mit dem Königlich-Bayerischen Bezirksamt Sulzbach, den ich dankenswerter Weise in Ablichtung aus dem Archiv des Landratsamtes Amberg-Sulzbach erhalten habe, geht hervor, dass bereits am 23. September 1873 die Gemeinde Röckenricht auf die gesetzliche Pflicht hingewiesen wurde, genügend Feuerlöschgerätschaften anzuschaffen und griffbereit zu halten. Es waren dies Eimer, Haken und Leitern, die in allen Ortschaften und Einöden in größerer Anzahl und in gutem Zustand vorhanden sein mussten.

Am 28. November 1873 wurde der Gemeinde vom Bezirksamt mitgeteilt, sie solle eine zweirädrige Feuerspritze zum Preis von 210 bis 300 Mark anschaffen, um bis zum Eintreffen auswärtiger Hilfe eine Feuerbrunst in Schach halten zu können. Ferner wurde die Gemeinde angewiesen, die dazu nötigen Mittel aufzubringen und über den Ort und die Art der Unterbringung Beschluss zu fassen. Doch die Gemeinde tat nichts dergleichen und wurde am 7. Dezember 1873 unter Androhung einer Ordnungsstrafe von 3 Thalern erneut aufgefordert, binnen acht Tagen Stellung zu nehmen.

Am 26. Dezember 1873 antwortete die Gemeindeverwaltung dem Bezirksamt mit der Bitte, man wolle von der Anschaffung einer fahrbaren Druckspritze Abstand nehmen. Zur Begründung wurde angeführt:

  1. Die Gemeinde habe die benötigten 200 bis 300 Mark nicht.
  2. Sämtliche Ortschaften der Gemeinde liegen in nächster Nähe der Stadt Sulzbach, die mit einer Löschmaschine ausgestattet ist und schnell zu Hilfe eilen könnte.
  3. Fast in allen Ortschaften fehle das nötige Wasser.

Am 24. Januar 1874 antwortete das Bezirksamt der Gemeinde auf diesen Antrag: Es könne eine Gemeinde nicht verantworten, den Brandschutz zu vernachlässigen. Trotz der zu erwartenden Löschhilfe aus der Stadt und den umliegenden Gemeinden werde die Gemeindeverwaltung eindringlich aufgefordert, eine zweirädrige Löschmaschine zu kaufen und eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen.

Auf diese eindringliche Mahnung hin erklärte die Gemeindeverwaltung schließlich, wenn die Gemeindekasse die notwendigen Mittel habe, werde eine solche Maschine angeschafft. Im Jahr 1876 stellte die Gemeinde Röckenricht dem Bezirksamt eine Liste der vorhandenen Eimer, Haken und Leitern zur Verfügung.

Die Jahre gingen dahin, ohne dass etwas geschah. 1878 wurde aber der Dialog wieder aufgenommen. Bürgermeister Sperber, Kummerthal, berichtete dem Bezirksamt, dass die Wichtigkeit und Nützlichkeit einer förmlichen Feuerwehr den Bürgern nicht klarzumachen sei. Als Gründe wurden aufgeführt, dass die Gemeinde aus zwölf Orten und Weilern bestehe und somit ein rechtzeitiges Zusammentreffen der einzelnen Feuerwehrmitglieder nicht möglich sei. Außerdem spreche die Bauart der Ortschaften nicht für eine schnelle Ausweitung eines Brandes auf andere Gebäude.

Der Kauf einer fahrbaren Spritze wurde aber bereits Ende 1878 nicht mehr ausgeschlossen. Im August teilte Bürgermeister Sperber nach wiederholter Aufforderung, die Gemeinde solle sich endlich für eine Spritze entscheiden, dem Bezirksamt mit, dass man bereit sei, eine Löschmaschine zu kaufen und in Röckenricht ein von allen Seiten zugängliches Feuerhäuschen zu bauen.

In den ersten Tagen des Jahres 1880 berichtete Bürgermeister Sperber, dass sich 14 junge, kräftige Männer bereiterklärt hatten, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Es waren dies Leonhardt Strobel, Leonhardt Renner, Michel Eisner, Johann Renner, Andreas Strobel, Georg Strobel, Johann Schatz, Johann Renner, alle Röckenricht, Leonhardt Bär, Georg Pickelmann, Johann-Georg Kohl, Benedikt Winter, alle Lockenricht, Georg Aures, Kummerthal, Jakob Luber, Niederricht.

Nun war es soweit: Am 14. Januar 1880 wurde bei der Feuerlöschmaschinenfabrik Braun in Nürnberg die heute noch im Besitz der Feuerwehr befindliche zweirädrige Löschmaschine bestellt (Preis 420 Mark). Im Frühjahr 1880 wurde die FF Röckenricht gegründet. Im Bayerischen Staatsarchiv in Amberg ist als Gründungstag der 15. April 1880 verzeichnet.

Während der Gründung waren noch mehrere junge Männer beigetreten, die aber nicht namentlich genannt sind.


Die Satzung der Freiwilligen Feuerwehr Röckenricht, aufgestellt anno 1880:


  1. Der Zweck der Freiwilligen Feuerwehr ist geordnete Hilfe bei Feuersgefahr.
  2. Dieselbe geht als selbständiges Ganzes unter Leitung ihres Hauptmanns.
  3. Dieselbe besteht nur aus ordentlichen, aktiven Mitgliedern, welche sich in Spritzenmänner, Steiger und Ordnungsmännerteilen.
  4. Zur Aufnahme in den Verein sind erforderlich unbescholtener Ruf, zurückgelegtes 18. Lebensjahr, körperliche Befähigung.
  5. Die Anmeldung zum Eintritt in den Verein geschieht bei dem Hauptmann, die Aufnahme nach Bekanntgabe von Seite des Hauptmanns durch Zustimmung der Mehrzahl der Mitglieder des Vereins nach Ablegung eines Handgelübdes an den Hauptmann.
  6. Der Neueintretende wird vom Hauptmann seiner Befähigung entsprechend eingeteilt.
  7. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr haben das Recht und die Pflicht, bei Feuersgefahr die Rettung von Menschen und Eigentum sowie das Löschgeschäft zu besorgen.
  8. Jedes Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr verpflichtet sich zur vollkommenen Erfüllung der übernommenen Verbindlichkeiten.
  9. Beiträge werden von den Vereinsmitgliedern nicht erhoben, fließen dem Verein aber freiwillige Spenden, Geschenke von Behörden zu, so werden diese vom Hauptmann verwaltet und nach Beschluss des gesamten Vereins auf eine dem Verein nützende Weise verwendet.
  10. Der Austritt aus dem Verein geschieht durch Abmeldung bei dem Hauptmann.
  11. Der Hauptmann leitet die technische Aufgabe des Vereins und ihm sind im Dienste alle Chargen, respektive einzelnen Mitglieder der Freiwilligen und Pflicht-Feuerwehr untergeordnet.
  12. Der ernannte Schriftführer hat in den Versammlungen die Protokolle zu führen und die vorkommenden schriftlichen Arbeiten zu besorgen.
  13. Für Ausstattung und Instandhaltung der erforderlichen Löschgerätschaften sorgt die Gemeinde.

Die eine Freiwillige Feuerwehr bildenden Männer aus der Gemeinde Röckenricht wählten heute zu ihrem Hauptmann: Johann Schatz von Röckenricht, Kommandanten: Georg Pickelmann von Lockenricht, Kassier: Johann Leonhardt Strobel von Röckenricht.

Kummerthal, den 28. März 1880
Sperber (Bürgermeister)



Nach einigen Anlaufschwierigkeiten, bei denen mit dem Bezirksamt um Ausrüstungsgegenstände gefeilscht wurde, begann der Übungsbetrieb. Aber bereits am 29. Mai 1881 meldete Bürgermeister Sperber dem Bezirksamt, dass die neue Spritze ihren Dienst versagt habe. Er bat um Veranlassung einer Reparatur, worauf das Bezirksamt den Bürgermeister anwies, er habe für öftere Übung mit der neuen Spritze Sorge zu tragen.

Das Feuerlöschwesen wurde daraufhin von der Gemeinde stark gefördert, doch fehlten oft die nötigen Mittel. Im Jahr 1884 äußerte die Gemeinde die Bitte, das Bezirksamt möge eine Rechnung von 76 Mark und 20 Pfennigen für Feuerlöschgeräte begleichen, worauf die Gemeinde einen Zuschuss von 50 Mark erhielt.
Leider sind die Unterlagen aus den Jahren 1887 bis 1922 nicht mehr auffindbar. Eine schwere Zeit dürften die Jahre des Ersten Weltkriegs gewesen sein, wo von 1914 bis 1918 viele Mitglieder der Wehr an der Front standen und etliche von ihnen auch ihr Leben opfern mussten. In dieser Zeit galt aber auch für die Feuerwehr die Pflicht, den Feuerschutz zu gewährleisten und immer bereit zu sein zum Dienst am Nächsten. All diesen Männern, die ihre aufopferungsvolle Arbeit in der Feuerwehr damals ernst genommen haben, ist sehr viel zu verdanken. Es lohnt sich, in ihrem Geiste einer guten Sache zu dienen und ihrem Vorbild nachzueifern.

Im Jahr 1922 fand der Bezirksfeuerwehrtag in Röckenricht statt. Eine damit verbundene Inspektion hatte zur Folge, dass Kommandant Georg Heinel, Kummerthal, seine Mannen öfter zu Übungen rief. Aus dem Jahr 1923 wird berichtet, dass derjenige, der nicht ausrückte, 1 000 Mark im Jahr an die Feuerwehrkasse zu zahlen hatte. Am 18. Oktober 1925 begann für die Feuerwehr Röckenricht eine neue Epoche. An diesem Tag wurde eine vierrädrige Handdruck-Löschmaschine in Dienst gestellt. Die alte zweirädrige Löschmaschine sollte nach Fromberg geschafft werden, wo die Gründung einer weiteren Feuerwehr geplant war.

Das Zustandekommen der Freiwilligen Feuerwehr Fromberg ließ auch nicht lange auf sich warten. Am 21. Februar 1926 wurde in der Generalversammlung in Kleinfalz die Gründung dieser Wehr einstimmig beschlossen. Der FF Fromberg wurden folgende Ortschaften zugeordnet: Fromberg, Kleinfalz, Seidersberg, Prangershof und Kummerthal. Bei der Wehr Röckenricht verblieben die Orte Röckenricht, Niederricht, Lockenricht, Einzelhof, Pfeilstein, Eckenricht und Habres. Beide Wehren hatten zwar je einen Vorstand und Kommandanten, die Schriftführer und Kassiere waren aber in beiden Feuerwehren tätig. Der erste Vorstand der FF Fromberg war Michael Luber, Kleinfalz, der erste Kommandant Johann Sperber, Kummerthal.

Aus diesen Jahren wird auch berichtet, dass diejenigen männlichen Gemeindebürger von 18 bis 60 Jahre, die nicht ausrücken und nicht zahlen wollten, der Pflichtfeuerwehr überwiesen wurden, die von der Freiwilligen Feuerwehr betreut wurde. In den folgenden Jahren fanden immer wieder gemeinsame Übungen beider Wehren statt. Das harmonische Zusammenwirken wurde von der Gemeinde gefördert.

Dann kam das Jahr 1930, das Jahr des 50jährigen Bestehens der Wehr. Bei der Generalversammlung am 5. Januar 1930 wurde beschlossen, am Sonntag, 1. Juni dieses Jahres, das 50. Gründungsfest gebührend zu feiern. In den Festausschuss wurden gewählt: die Feuerwehrmitglieder Leonhardt Bayer, Röckenricht, Johann Michel Renner, Röckenricht, Stefan Strobel, Lockenricht, Andreas Sperber, Lockenricht, Wilhelm Steger, Eckenricht, Johann Grünthaler, Niederricht, der zugleich Vorsitzender des Festausschusses war.

Nach einigen Vorbereitungsübungen begannen am 1. Juni 1930 bei strahlendem Wetter um 13.30 Uhr die Feierlichkeiten mit dem Einholen der Freiwilligen Feuerwehr Fromberg, die ja auch Bestandteil der Röckenrichter Wehr war. Mit Musik zogen beide Wehren zum Hütanger, wo um 14 Uhr eine Schulübung abgehalten wurde. Bezirksmonteur Dümmler von der OBAG gab Anweisungen für den Umgang mit elektrischem Strom. Die Übung war ein voller Erfolg. Anschließend erfolgte der Vorbeimarsch an einer Ehrentribüne, die im Hof der Luberschen Gastwirtschaft aufgestellt war. Als Ehrengäste hatten Platz genommen die Mitglieder des Festausschusses, die Gründungsmitglieder Andreas Strobel und Stefan Winter, beide Lockenricht, Johann Renner, Röckenricht, Johann Renner, jetzt wohnhaft in Oberreinbach, Veit Grünthaler, jetzt wohnhaft in Sulzbach, Johann Pirner, jetzt wohnhaft in Sulzbach, Johann Pilhofer, Kleinfalz, des weiteren Brandinspektor Pappenberger aus Rosenberg und Bezirksamtmann Höllerer aus Sulzbach.

Im Garten der Gastwirtschaft Renner begann dann der eigentliche Festakt. Vorstand Pickelmann begrüßte die anwesenden Gäste und Ehrengäste, insbesondere die Nachbarwehren aus Großenfalz und Großalbershof. Als Festredner fungierte Lehrer Plöttner aus Röckenricht. Bezirksamtmann Höllerer erinnerte die Wehrmitglieder mit eindringlichen Worten an ihre Pflicht, den Nächsten zu helfen. Ein kleiner Festprolog wurde von Elise Heinel, Röckenricht, vorgetragen. Das 50-jährige Jubiläum wurde abends mit einem großen Feuerwehrball abgeschlossen. Am 13. Juli des gleichen Jahres nahm die Röckenrichter Wehr an der 50-Jahr-Feier der FF Großalbershof teil.

Eine besondere Auszeichnung erhielt der langjährige Kassier beider Wehren, Johann Luber, Fromberg, der am 21. Mai 1933 auf dem Bezirksfeuerwehrtag in Angfeld mit dem Ehrenzeichen für 40jährige Dienstzeit bedacht wurde. Die Jahre vergingen ohne besondere Vorkommnisse, bis dann wieder Gewitterwolken am politischen Himmel aufzogen. Als 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach und viele Mitglieder der Feuerwehr zu den Waffen gerufen wurden, war es für die Kommandanten Strobel und Sperber nicht leicht, mit den wenigen Männern, die noch in der Heimat waren, eine schlagkräftige Wehr auf die Beine zu stellen. Junge Burschen im Alter von 14 Jahren wurden aufgerufen, der Feuerwehr beizutreten. Als der Krieg im April 1945 seinem schrecklichen Ende entgegenging, blieb auch die Gemeinde Röckenricht von Kampfhandlungen nicht verschont. Einige Anwesen in Röckenricht und Kleinfalz gingen durch Brandbomben der alliierten Angreifer in Flammen auf. Den wenigen Wehrleuten gelang es, die Feuerbrunst in Schach zu halten. Als dann nach Kriegsende Bilanz gezogen wurde, fehlten viele aus den Reihen der Feuerwehren; sie hatten in einem unsinnigen Krieg den Tod gefunden.

Nicht nur aller Anfang ist schwer, sondern auch das wieder anfangen. So ging es den beiden Wehren der Gemeinde Röckenricht nach 1945. Der Wiederaufbau wurde tatkräftig vorangetrieben. Beide Wehren wurden 1947 mit einer Tragkraftmotorspritze ausgerüstet. Nach fast 20jährigem Dienst gaben aber beide den Geist auf, und es sollten neue angeschafft werden. Für die Wehr Röckenricht wurde bereits ein Tragkraftspritzenanhänger gekauft.

Die Wehr Fromberg drängte auch auf Ausrüstung mit einem solchen Anhänger. Der Gemeinde war das aber zuviel, und so wurde in den letzten Tagen des Jahres 1965 vom Gemeinderat beschlossen, die beiden Wehren wieder zusammenzulegen. In der Generalversammlung am 16. 1. 1966 wurde die Feuerwehr Fromberg nach 40jährigem Bestehen aufgelöst und wieder der Freiwilligen Feuerwehr Röckenricht angegliedert.

Nach diesem Schritt brauchte die Gemeinde nur eine neue Tragkraftspritze zu kaufen. So wurde die Freiwillige Feuerwehr Fromberg ein Opfer der Motorisierung und Technisierung des Feuerlöschwesens in den Nachkriegsjahren.

Unter Vorstand Hans Lederer, Fromberg, und dem tatkräftigen und zielbewussten Kommandanten Georg Pilhofer, Kleinfalz, baute sich eine schlagkräftige Mannschaft auf, der am 6. 3. 1966 in Anwesenheit von Landrat Karl Winkler, Kreisbrandinspektor Bär, Ehrenkreisbrandinspektor Hawlitzki und Kreisbrandmeister Georg Kohl sowie des Bürgermeisters Pickelmann und seiner Gemeinderäte die neue TS 8/8 von der Fa. Paul Ludwig, Bayreuth, übergeben wurde.

Die aktive Mannschaft der Feuerwehr bewies großen Fleiß bei den Übungen und legte im gleichen Jahr mit drei Gruppen die bronzene Leistungsprüfung ab.

Bald wurde der Wunsch nach einem neuen Gerätehaus immer lauter. Das alte Häuschen aus dem Jahr 1880 war zu klein geworden. Bürgermeister Sperber lehnte einen Neubau aber aus Finanzierungsgründen ab. Die Wehr schlug Spendensammlungen und Eigenleistungen vor, doch der geplante Bau verschleppte sich um weitere Jahre. Im März 1971 war es jedoch soweit: in freiwilligem Hand- und Spanndienst der aktiven und passiven Mitglieder wurde das alte Hirtenhaus abgebrochen und an dieser Stelle ein neues, modernes und geräumiges Gerätehaus errichtet. Initiator und Motor dieses Unternehmens war der inzwischen neu gewählte Kommandant Erwin Zagel. Unter dessen Führung legte in diesem Jahr die erste Löschgruppe mit null Fehlern die Leistungsprüfung in Vorstufe Gold ab.

1972 absolvierten elf Jugendliche die Prüfung zur Jugendspange, ein Zeichen für gute Nachwuchsarbeit. Im Frühjahr 1973 beschloss der Gemeinderat unter Bürgermeister Sperber, Pfeilstein, auf wiederholtes Drängen des Kommandanten Zagel, ein motorisiertes Löschfahrzeug zu kaufen. Im Juli 1973 gab es erstes Gold für unsere Löschgruppen. Ende November 1973 konnte das neu gekaufte Tragkraftspritzenfahrzeug, ein Ford Transit mit Aufbau der Firma Ziegler, in Dienst gestellt werden. Somit war die Wehr auch technisch schlagkräftiger geworden. Im Jahre 1975 wurde sie noch mit einem Funkgerät und einem Sirenensteuergerät ausgerüstet.

Durch die Gebietsreform 1978 wurde die Gemeinde Röckenricht aufgelöst und in zwei Teile zerlegt. Die Feuerwehr Röckenricht blieb aber in ihrer alten Form erhalten. Die FF Röckenricht betreut nun den östlichen Bereich der Gemeinde Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg (Lockenricht, Röckenricht, Einzelhof, Pfeilstein, Blechhof, Eckenricht, Habres, Fromberg und Mirtelhof). Ebenfalls im Bereich der FF Röckenricht liegen die Ortschaften Kleinfalz, Prangershof, Kummerthal und Niederricht, welche jedoch politisch zur Stadt Sulzbach-Rosenberg gehören.

Das Jahr 1979 war von den Festvorbereitungen geprägt.

Den Festausschuss bildeten Kommandant Erwin Zagel (Mirtelhof) als Vorsitzender, Bürgermeister Erich Birzer (Neukirchen), Vorstand Hans Lederer (Fromberg), sowie Georg Pilhofer (Kleinfalz), Georg Kolb (Niederricht), Hans Neumüller, Gerhard Schwab, Heinz Faderl (alle Fromberg), Michael Neumüller (Lockenricht), Günter Vetter (Sulzbach-Rosenberg), Helmut Renner und Manfred Renner (beide Röckenricht).

Bei einer Mitgliederversammlung am 04. November beschloss man den Kauf einer Feuerwehrfahne. Anlässlich der Jahresversammlung am 13. Dezember 1979 traten Johann Flierl (Röckenricht) und Hans Meier (Eckenricht) als erste Mitglieder der neu gegründeten Passiven-Gruppe bei.

Nach etlichen Festausschuss-Sitzungen und vielen zähen Verhandlungen mit Lieferanten war es nun so weit: 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Röckenricht stand vor der Tür.

Am Donnerstag, 10. Juli 1980, hielt man im Gasthaus Sperber einen Festabend mit Ehrungen ab. Für die musikalische Umrahmung sorgten die Sulzbacher Klarinettenmusi und der Gesangsverein "Liederkranz" Holnstein-Röckenricht.

Die Sparkasse Sulzbach-Rosenberg organisierte für Freitag, 11. Juli, einen Bunten Abend mit PS-Auslosung. Das Unterhaltungsprogramm bestand aus:

  • Westernsänger Fred Rai mit seinem Fernsehpferd "Spitzbub"
  • Artistengruppe "Les Doris" aus der Fernsehsendung "Salto Mortale"
  • "Winfried-Stark-Express", die feschen Burschen aus dem Steigerwald

Der Samstag, 12. Juli, stand im Zeichen des Kreisfeuerwehrtages. Nachmittags zeigten die Nachbarwehren bei einer Schauübung den Einsatz von Rettungsschere, Schaumlöschgeräten und Drehleiter. Beim großen Bunten Abend wirkten mit:

  • "Original Chiemgauer Buam"
  • "Zeitler-Quartett" aus Etsdorf

Der Festsonntag, 13. Juli, begann mit dem Weckruf durch den Posaunenchor Neukirchen. Anschließend folgte das Einholen der Fahnenbraut Gerda Kolb und des Patenvereins Holnstein/Mittelreinbach. Nach der Totenehrung wurde ein ökumenischer Wortgottesdienst mit Fahnenweihe im Festzelt abgehalten. Die Feuerwehr Weigendorf übernahm die Patenschaft. Die Kreisfeuerwehrkapelle spielte zum Frühschoppen auf.

Der geplante Festzug fiel dem anhaltenden Dauerregen zum Opfer. Der Abend wurde gefüllt mit Unterhaltungsmusik durch die Kreisfeuerwehrkapelle und einer großen Tombola. Im festlich geschmückten Saal des Gasthauses Sperber feierte man am 25. Oktober einen ersten Festabend für die Mitglieder und Ehrengäste. Dabei ließ Herr Lier aus Sulzbach-Rosenberg das Fest nochmals Revue passieren, welches er in zwei Filmen festgehalten hatte. Außerdem wurden noch zahlreiche Ehrengaben übergeben. Für die Musik sorgte das beliebte "Zeitler-Quartett".

Zum zweiten Festabend am 31. Oktober im Saal des Gasthauses Engelhardt in Kleinfalz waren die Fahnenbraut, Festdamen, und die Patenwehr Weigendorf geladen. Auch begrüßte man den Bürgermeister und die Mitglieder, welche zum ersten Termin verhindert waren. Die restlichen Erinnerungsgeschenke wurden verteilt und ebenfalls die beiden Filme gezeigt. Die musikalische Umrahmung übernahm Richard Neumüller.

Außer dem Feuerwehrdienst mit mehr oder weniger größeren Einsätzen und den vielen kameradschaftlichen Veranstaltungen sind in den nächsten Jahren keine besonderen Ereignisse verzeichnet.

Die Bausubstanz und vor allem die Sicherheitsmängel gemäß den Unfallverhütungsvorschriften waren Grund genug, sich mit dem Gerätehaus intensiv zu befassen. Schon 1990 prüften wir die Möglichkeit einer Generalsanierung. 1991 lag ein erster Entwurf für einen Neubau vor. Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 23. Juni 1991 beschloss die Freiwillige Feuerwehr Röckenricht den Gerätehausneubau. In den folgenden Jahren lehnte die Regierung der Oberpfalz immer wieder die Zuwendungsanträge der Gemeinde ab.

Nachdem wir bis zu diesem Zeitpunkt nicht wussten, ob es jemals ein neues Gerätehaus für die FF Röckenricht geben wird, waren wir gezwungen, das bestehende erst einmal zu renovieren. Im Herbst des Jahres 1994 leisteten 29 Kameraden insgesamt 244 Arbeitsstunden, um vor allem die Fassade und die Elektroinstallation auf Vordermann zu bringen.

Da das vorhandene Tragkraftspritzen-Fahrzeug inzwischen seinem 30. Geburtstag entgegen sah, sprach man im Jahre 1999 bei der Gemeinde wegen einer Neuanschaffung vor. Finanzpolitische Aspekte sprachen dafür, dass mit einem neuen Fahrzeug auch die komplette Beladung erneuert werden sollte. Der extra gebildete Arbeitskreis tagte zum ersten Mal am 06. Juni und holte nach der Zuschussbewilligung die entsprechenden Angebote ein. Bei einer Übung am offenen Gewässer in Kleinfalz testeten wir die Leistungsfähigkeit mehrerer Kreiselpumpen. Im Rahmen einer Gemeinderatssitzung am 22. Oktober 1999 wurden dessen Mitglieder durch eine Feuerwehrabordnung ausführlich informiert. Daraufhin fasste das Gemeindegremium den Beschluss zum Kauf.

Im Jahr 2000 standen dann die ganzen Erneuerungen an.

Am 13. April nahmen wir, zusammen mit der Fa. Nespor, bei einer Übung in Habres die neue TS 8/8 (ZIEGLER, Ultra-Power) in Betrieb. Ausgestattet mit einem bewährten VW-Industrie-Motor (Hubraum: 1000 cm3, Leistung: 50 PS) förderte diese Pumpe mehr als die Norm es fordert.

Nach etlichen Ausbaubesprechungen war unser neues Fahrzeug fertig. Anlässlich des 120-jährigen Bestehens richteten wir beim Gasthaus Sperber ein Gartenfest aus. Bei herrlichstem Sommerwetter am 27. Juli 2000 stellten wir das neue Löschfahrzeug in den Dienst. Die Geistlichen Pfarrer Fuchs und Pfarrer Dunkel segneten in einer Feierstunde, bei der auch der Posaunenchor Neukirchen mitwirkte, das Fahrzeug. Das Fahrgestell bildet der Mercedes Sprinter mit einem 143 PS-Benzinmotor. Die Fa. Furtner + Ammer, aus Landau an der Isar, stattete das Fahrzeug gemäß den geltenden Vorschriften und unseren Wünschen fachgerecht aus.

Mit Post vom 03. April 2000 ging bei der Gemeinde die Zustimmung der Regierung der Oberpfalz auf vorzeitigen Baubeginn eines neuen Gerätehauses ein. Der weiterhin aufrecht erhaltene Arbeitskreis befasste sich fortan mit der Detailplanung. Am 11. Mai 2000 beschloss der Gemeinderat den Neubau. Der feierliche Spatenstich am 24. Juni 2000, nach einem relativ schnellen Plangenehmigungsverfahren, ist der Anfang in der Baugeschichte. Nach dem Richtfest am 21. Oktober und vielen Arbeitsstunden war unsere Baustelle schon am 30. November "winterdicht".

Mit der Einweihung am 12. April 2002 durch die Geistlichen Pfarrer Fuchs und Pfarrer Kneißl zogen wir offiziell ins neue Gerätehaus ein. Sowohl Mitglieder als auch die Bevölkerung haben dazu uneigennützig ca. 5.500 Arbeitsstunden geleistet.

Am heutigen Tage, technisch hervorragend ausgestattet und glücklicherweise mit einer engagierten Jugendgruppe versehen, blicken wir verheißungsvoll in die Zukunft.

Wir bedanken uns für das Vertrauen der Gemeinde Neukirchen und der gesamten Bevölkerung.

Möge Gott die Kraft geben, dass unsere Wehr im nächsten Jahrhundert mit gleichem Idealismus und selbstlosem Einsatz den Dienst am Nächsten fortführen kann, jedoch zu keinem ernsthaften Einsatz gerufen werden muss.
An dieser Stelle bedanken wir uns bei Georg Kolb, einst 2. Kommandant und später Vorstand, welcher die Daten bis zum 100-jährigen Jubiläum sammelte und verfasste. Die Fortschreibung erfolgte durch Werner Lederer.